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100-Schlösser-Route: Von Wasserburgen und Herrensitzen

Ist sie die heimliche Königin der Radwanderrouten? Die 100-Schlösser-Route erstreckt sich über knapp 1000 Kilometer und führt durch das Schlösser- und Burgenland Nordrhein-Westfalens und Niedersachsens. Das Münsterland fasst über 6500 Quadratkilometer und ist eine eindrucksvolle Kulturlandschaft. Schlösser und Herrensitze, allem voran markante Wasserburgen, ziehen sich durch die Region. So verbindet die 100-Schlösser-Route auf einem landschaftlich reizvollen Radweg insgesamt 100 Adelssitze. Für Radfahrer ist es ein Traum von Schloss zu Schloss zu radeln.

Neben den schönen Schlössern und Burgen hat auch der Radweg selbst eine Auszeichnung verdient. So krönte der ADFC (Allgemeiner Deutscher Fahrradclub e.V.) die 100-Schlösser-Route als Qualitätsradweg und zeichnete diesen mit vier Sternen aus. Weit abseits befahrener Straßen radelt man über ruhige Wirtschaftswege und schmale Pfade von Schloss zu Schloss. Insgesamt vier Rundkurse mit einer Länge von 200 bis 300 Kilometern sind als Radrouten ausgebaut. Für Tagesausflüge ist die 100-Schlösser-Route auch bestens geeignet. Einzig und allein die Entscheidung, welche der 100 Schlösser man in Angriff nimmt, dürfte ein Manko für Tagesausflügler sein. Ob traditionsreiche Schlossbauten, edle Herrenhäuser, alte Wehrburgen oder mystische Klöster – bei der Besichtigungsauswahl sind kaum Grenzen gesetzt.

Beginnend im westfälischen Münster, befinden sich gleich drei Prunkbauten in nächster Nähe. Das Fürstbischöfliche Schloss Münster, der Erbdrostenhof und Haus Rüschhaus gehören zu den ersten der 100 Kulturschätze. Das barocke Residenzschloss Münsters diente Fürstbischof Maximilian Friedrich von Königsegg-Rothenfels als Herrensitz. Erbaut vom Architekten Johann Conrad Schlaun, erstrahlt das Fürstbischöfliche Schloss bis heute in vollem Glanz. Vom gleichen Architekt stammt auch das Adelspalais Erbdrostenhof – ein erstklassiger Barockbau verziert mit Bildhauereien von Johann Christoph Manskirch. Der Landsitz Haus Rüschhaus kann im Rahmen des Stadtmuseum Münsters besichtigt werden und gehört ebenso zum Werk von Johann Conrad Schlaun. Die berühmten Hausherren von Haus Rüschhaus, Familie Droste zu Hülshoff, verkauften erst 1979 das Anwesen an die Stadt Münster. Zu den schönsten Bauwerken entlang der 100-Schlösser-Route gehört auch Burg Hülshoff. In der Wasserburg bei Havixbeck wurde die berühmte Dichterin Annette von Droste-Hülshoff, eine der berühmtesten Persönlichkeiten des Münsterlandes, geboren. Auch Schloss Burgsteinfurt, Burg Bentheim oder Kloster Bentlage bieten spannende Einblicke in die Geschichte der Region. Sehenswert sind außerdem Schloss und Kloster Iburg, einige der bedeutendsten Bauten im Osnabrücker Landkreis (Niedersachsen).

Schloss Hovestadt, Schloss Nordkirchen, Burg Vischering, Schloss Lembeck, die Wasserburg Anholt – die Liste der weiteren Sehenswürdigkeiten ist lang. Da man im Münsterland rund um die Herrensitze jedoch immer wieder malerische Ortschaften zum Einkehren findet, kann man sich ruhig einige Radreise-Tage mehr gönnen. Sie haben ein Schloss besichtigt, dass Ihnen besonders gefallen hat? Verraten Sie uns gern Ihre Radreise-Höhepunkte auf der 100-Schlösser-Route.