Kultur » Welterbe im Westen » Das Kloster Lorsch

Das frühmittelalterliche Kloster Lorsch bei Worms

Das Kloster Lorsch war seiner Zeit eine der bedeutendsten Klosteranlagen des Landes und bildete zugleich ein kulturelles und geistiges Zentrum, das in ganz Europa bekannt war. Im Jahr 1991 ehrte es die UNESCO mit dem Titel Weltkulturerbe und weckte damit frische Neugier auf die frühmittelalterliche Abtei, welche zwischen den Städten Worms und Darmstadt in der Ortschaft Lorsch (Rheinland-Pfalz) zu finden ist. 

Von der riesigen Klosteranlage, welche 764 n. Chr. auf dem Klosterhügel gegründet wurde, sind bis heute lediglich die imposante Torhalle, auch Königshalle genannt, die Ruine der romanischen Klosterkirche sowie die umgrenzende Klostermauer erhalten geblieben. Insbesondere die Königshalle, an der die Jahrhunderte scheinbar spurlos vorüber gegangen sind, besticht mit ihren herrlichen Arkaden, Säulen und den wunderschönen Freskenmalereien aus dem 14. Jahrhundert, welche aus dem Leben Marias erzählen. Zudem legte man 2002 einen neuen Garten nach dem Vorbild der Kräutergärten der Mönche an und erinnert damit an die mittelalterliche Heilkunst.

Das Kloster Lorsch genoss vor allem seiner umfangreichen Bibliothek wegen einen guten Ruf. Der besonderen Kunstfertigkeit der Mönche verdanken wir heute äußerst wertvolle Handschriften, darunter etwa das Lorscher Arzneibuch, die Chronik Lorscher Codex sowie die Schriftrolle Lorscher Rotulus.

Im Museumszentrum Lorsch präsentiert die klostergeschichtliche Abteilung unter anderem die Klosteranlage in ihrer ursprünglichen Erscheinung und vermittelt einen bleibenden Eindruck von der Klosterkultur und der Schreibkunst der Mönche. Während einer Führung hören Interessierte weitere spannende Geschichten rund um das Kloster Lorsch. Schließlich werden im Lapidarium, welches sich im Keller des kurfürstlichen Hauses befindet, einige archäologische Funde ausgestellt.