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Die Fossilienfundstücke aus der Grube Messel in Hessen

Nicht weit vom hessischen Frankfurt am Main entfernt befindet sich ein ganz besonderes UNESCO-Weltnaturerbe: die Grube Messel. Sie gilt als eine der bedeutendsten Fossilienfundstätten der Welt und gewährt einen Blick zurück in die Erdneuzeit. So war die Region um Messel vor etwa 47 Millionen Jahren noch von üppigem Regenwald bedeckt und nach dem Aussterben der Saurier begann sich gerade eine neue Tier- und Pflanzenwelt zu entwickelten. 

Durch eine Vulkanausbruch bildete sich ein sogenammtes Maar. In der großen Tiefe des Kratersees konservierten sich im Schlamm viele tote Tiere und abgestorbene Pflanzen - und das 1,5 Millionen Jahre lang. So können wir heute viele Arten von Tieren und Pflanzen, die es längst nicht mehr gibt, in versteinerter Form bewundern und mehr über ihre Lebensweise erfahren.

Dass man diesen reichhaltigen Schatz überhaupt entdeckte, verdankte man der aufstrebenden Braunkohle-Industrie des 19. Jahrhunderts. So kam 1875 als erstes Fossil überhaupt ein Krokodil zum Vorschein. Seither zählt man über 40.000 Funde, die von Pflanzen über Fische, Reptilien, Amphibien und Vögel bis hin zu großen Säugetieren wie dem Urpferdchen reichen. Von herausragender Bedeutung ist aber der  2009 entdeckte Darwinius masilla: "das weltweit älteste komplett erhaltene Fossil eines Primaten", welches zugleich als das bisher fehlende Bindeglied zwischen Affe und Mensch gilt.

Heute informiert das Fossilien- und Heimatmuseum Messel Interessierte über die prähistorischen Fundstücke und über die Entstehungsgeschichte der Grube Messel. Während einer Führung vermitteln zudem pädagogisch geschulte Geologen die spannenden Erkenntnisse der Wissenschaft und wer dann von der Aussichtsplattform aus in die Landschaft schaut, dem wird das gewaltige Ausmaß der Grube Messel erst so richtig bewusst.