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Jakobsweg - Pilgern mit dem Rad und zu Fuß

Der Camino de Santiago, der weltberühmte Jakobsweg, ist für Pilger in aller Munde. Auf dem traditionsreichen Wanderweg legen auch Radfahrer immer öfter eine interessante Strecke durch Europa zurück. Historische Wege führen nicht nur über Spaniens berühmteste Pilgerroute. Auch in anderen Ländern hat der Heilige Jakobus seine Spuren hinterlassen. Wer diesen Spuren einmal folgen möchte, kann bereits im Süden Deutschlands Radwanderungen unternehmen, die für Jakobspilger besonders spannend sind und zugleich durch landschaftliche Traumregionen führen.

Das Franken- und Schwabenland sind beliebte Freizeitregionen. Wandern, Rad fahren, Nordic Walking und vieles mehr begeistern die Aktivurlauber. Die Deutsche St. Jakobus-Gesellschaft e.V. war Initiator der deutschen Jakobswege. Einer der berühmten Wander- und Radwege führt von Oberschwaben bis zum Bodensee (Konstanz), wo man dem Heiligen Jakobus auf Schweizer Boden weiter folgen kann. Auf einer etwa 165 Kilometer langen Strecke haben Radfahrer die Möglichkeit, die Landschaft der Schwäbischen Alb zu durchqueren. Tübingen, Balingen oder Rottweil sind Reisestationen, die zum Einkehren und Verweilen einladen. Auch Nürnberg und Konstanz am Bodensee sind durch den Pilgerweg miteinander verbunden. Dabei kreuzt der Radwanderer kulturhistorisch bedeutsame Städte wie Ulm, naturbelassene Landschaften sowie zahlreiche Kulturdenkmäler in Städten und Dörfern, die sich am Wegesrand erstrecken. Kirchen und Klöster sind dabei am engsten mit St. Jakobus verbunden. Besichtigungen der Gotteshäuser und Klosteranlagen sollte man daher nicht auslassen. Der Kneippkurort Bad Waldsee, der auch als Moorheilbad zertifiziert ist, gilt als besonders empfehlenswerte Reisestation. Radwanderer können bei Kur- und Wellness-Anwendungen im Herzen der Region Bodensee-Oberschwaben seelenruhig entspannen und an Schloss- und Waldsee neue Energie tanken.

Der als Wundertäter verehrte Jakobus gehörte, gemeinsam mit seinem Bruder Johannes dem Evangelisten, zu den Aposteln Christi. Er verkündete nach der Auferstehung Christi das Evangelium, wirkte unter anderem in Jerusalem und war für zahlreiche Missionsreisen bekannt. Die Gebeine des Heiligen Jakobus befinden sich heute im spanischen Santiago de Compostela (Galicien), einer bedeutenden europäischen Wallfahrtsstätte. Bereits im Mittelalter wurden Pilgerwege in zahlreichen europäischen Ländern ausgerufen, auf denen man dem Heiligen Jakobus folgen konnte. Eine Pilgerwanderung – zu Fuß oder mit dem Rad – bringt Gelassenheit in den Alltag. In aller Ruhe genießt man die Natur und besucht scheinbar unauffindbare Kirchen und Klöster am Wegesrand. Der Heilige Jakobus, dem bis heute Millionen Gläubige Verehrung entgegen bringen, stärkt dabei die Reisenden auf ihrem Weg.

Selbst ohne religiösen Hintergrund ist der Jakobus-Radweg eine eindrucksvolle Reise durch Natur und Kultur. Er führt nicht nur zu bedeutenden Kulturstädten, sondern auch durch faszinierende Landschaften, die einmalige Erholungsräume sind. Hat man das Frankenland hinter sich gelassen, wartet die Schwäbische Alb mit grünen Tälern und verträumten Bergketten. Durch Oberschwaben radelnd, gelangt man bis zum Bodensee. In Konstanz, der größten Stadt am Bodensee, schließt sich eine weitere Route der Jakobswege an. Inmitten der Stadt, am Münster, führt der Schwabenweg bis zur Grenze mit der Schweiz und dann weiter nach Thurgau und in andere Schweizer Kantone. Auch wenn Konstanz noch über weit über 2300 Kilometer von Santiago de Compostela entfernt ist, finden in der Universitätsstadt Jakobspilger aus aller Herren Länder zusammen.